Der Pilgerplatz
An den großen Wallfahrtstagen aber auch an sonstigen Tagen, besonders wenn das Wetter gut ist, geht die Zahl der Pilger häufig über die Fassungskraft der Kirche. Die Gottesdienste werden dann im Freien gehalten auf dem großen Pilgerplatz hinter der Kirche.
1966 wurde der Platz teilweise überdacht mit einem achtfachen Faltendach, das auf zwölf vier Meter hohen Eisenträgern ruht und eine Fläche von 24 mal 13 Metern überspannt. Unter dem Faltendach befindet sich die weiträumig angelegte Altarinsel.
In einer Nische an der Kirchenwand steht eine große Kreuzigungsgruppe, Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, ein Meisterwerk mittelalterlicher Kunst, wohl aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Es sind überlebensgroße Figuren mit größter Eindruckskraft. Sie stammen aus der ehemaligen Nikolauskapelle in Eltville, nach deren Abbruch sie im Hof des Kirchenrechners aufbewahrt wurden. Von dort kaufte sie Bischof Peter Josef Blum und ließ sie 1859 nach Marienthal bringen.
Links von der Kreuzigungsgruppe (nicht im Bild) steht das Grabdenkmal des Ritters Henne von Hoch-Weisel (+1485), Schultheiß von Geisenheim und ein großer Wohltäter Marienthals. Das Grabdenkmal stand früher im Kirchenschiff. Seine Inschrift lautet: "In dem Jar als man schrybet nach Crist gebort 1485 uf sant Peter und Pauels abnt starb der verte Hene von Hoeweihsel dem Gottgenad".
Dem Pilgerplatz schließt sich das sogenannte "Franziskusgärtchen" an, das 1915 angelegt wurde. Dargestellt ist der hl. Franziskus, den Tieren predigend, begleitet von Bruder Leo, der andächtig zuhörend dabeisitzt, und schließlich eine Menge verschiedenster Tiere.
Die meisten Tiere sind inzwischen zugrunde gegangen und zum Teil durch andere ersetzt worden, die nicht immer nach Art und Größe zur Gruppe passen.




